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2008 - 2018 Prädikat "sehr gut" - Das Heisenberg ist ausgezeichnet

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2008/09-2017/18: Prädikat „sehr gut“ – Das Heisenberg ist ausgezeichnet

Im letzten Jahrzehnt hat sich am Heisenberg-Gymnasium einiges grundlegend verändert, gleichzeitig wurden natürlich viele andere Dinge, die an unserer Schule längst Tradition und Selbstverständlichkeit geworden sind, beibehalten. Und genau dieses vielfältige Engagement unserer gesamten Schulgemeinde wurde insbesondere in den letzten zehn Jahren immer wieder aufs Neue von den unterschiedlichsten Seiten gelobt und mit Auszeichnungen öffentlich wertgeschätzt. Zuletzt – im Jahr 2017 - haben wir diese Wertschätzung schwarz auf weiß mit dem Bericht der Qualitätsanalyse erfahren dürfen, bei der wir zum zweiten Mal exzellent abgeschnitten haben, sodass wir mit Stolz behaupten können, zu den besten Schulen in ganz NRW zu gehören.

Um aber direkt die grundsätzlichen Veränderungen vorweg zu nennen: 2005 wurde der Bildungsgang am Gymnasium auf acht Jahre verkürzt – fünf Jahre in der Sekundarstufe I und weiterhin drei Jahre Oberstufe. 2013 machte der so entstandene Doppeljahrgang sein Abitur – nach unterschiedlichen Vorgaben. Heute, im Jahr 2018, nach nur 10 Jahren, ist politisch entschieden, dass wir wieder zu G9 zurückkehren werden: Das sogenannte Turboabi, heftig herbeigewünscht von der Wirtschaft und scheinbar leicht möglich, weil in der DDR schon lange so gehandhabt, konnte sich auf Dauer schulpolitisch nicht durchsetzen. Lehrer, Eltern und Schüler hatten von Anfang an dagegen opponiert.

Der Stab wird weitergegeben

2013 hatte auch Schulleiterin Heidrun Schütte-Ständeke ihren letzten Schultag am Heisenberg-Gymnasium und Peter Hogrebe seinen ersten. Sie wolle von nun an „privatisieren“ erklärte Frau Schütte-Ständeke, als sie nach 20 Jahren im Rahmen eines Festakts im Forum mit vielen Glückwünschen, Präsenten, Reden und Musik in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde. In ihrer Abschlussrede wünschte sie sich, „dass die Schülerinnen und Schüler weiterhin mutig in die Zukunft gehen.“ Die gebürtige Ost-Westfälin, die in Münster Deutsch und Geschichte studiert hatte, war 1992 als stellvertretende Schulleiterin vom Max-Planck-Gymnasium in Gelsenkirchen-Buer nach Gladbeck ans Heisenberg-Gymnasium gekommen und bereits 1993 Nachfolgerin des ersten Schulleiters unserer Schule, Herrn Sokolowskis, geworden.

In den ersten Worten an seine neue Schulgemeinde lobte Herr Hogrebe das „spürbar gute Schulklima“, an unserer Schule, die sich durch „eine Willkommenskultur auszeichnen und sich als gute Schule weiterentwickeln“ müsse, um „nicht zu verstauben“. „Es geht um Leistung“, formulierte er damals seinen Anspruch an sich und seine Schule. Man vergesse manchmal, dass fundiertes Fachwissen und eine gute Allgemeinbildung mindestens ebenso wichtig seien, wie soziale Kompetenz. Das „Kerngeschäft des Lehrers“ sei immer noch der Unterricht. Im WAZ-Interview gab er eine „gewisse Aufregung“ vor seinem ersten Schultag als erst dritter Schulleiter am Heisenberg-Gymnasium zu. Doch bei der Suche nach einer passenden Schulleiterstelle habe es für den Lehrer für die Fächer Physik und Mathematik „bereits beim Namen Heisenberg geklingelt.“ Nachdem dann auch noch die Schulkonferenz entschieden hatte, dass dieser Mann passe, sei für ihn die Sache klar gewesen. Peter Hogrebe, gebürtiger Bochumer und ehemaliger Student der RUB arbeitete zuvor am Hildegardis-Gymnasium in Bochum in der erweiterten Schulleitung bevor er sich seiner neuen Aufgabe als unser Schulleiter stellte. 

2015 verabschiedete sich auch der stellvertretende Schulleiter Stephan Schröder nach 38 Jahren an unserer Schule mit einem rauschenden Fest, zu dem das Kollegium, Familie, Freunde, viele Ehemalige sowie Vertreter der Stadt Gladbeck erschienen, in den Ruhestand. In seiner langjähigen Tätigkeit an unserer Schule beeinflusste er tausende Schülerinnen und Schüler und prägte unsere Schule wie kaum ein anderer. Frau Peters-Kern, die seit 2010 an unserer Schule die Fächer Französisch und Geschichte unterrichtet und schon mehrere Jahre in der erweiterten Schulleitung tätig war, wurde seine Nachfolgerin. So wechselte innerhalb von nur zwei Jahren die Schulleitung und arbeitet seither konsequent an der Weiterentwicklung der Schule.

Und noch ein weiterer Abschied stand an, der allen Heisenbergern sehr schwer fiel: Auch unsere langjährige Schulsekretärin Marianne Spies, die 1979 noch als eine von drei (!) Schulsekretärinnen ihren Dienst am Heisenberg-Gymnasium angetreten hatte, verließ uns im Herbst 2016, um in den Ruhestand zu gehen. Sie hat fast vier Jahrzehnte lang das positive Klima an unserer Schule entscheidend mit geprägt. Seit ihrem Weggang ist Gwendolina Häußler unsere Schulsekretärin und hat das Sekretariat fest im Griff.

Eine ausgezeichnete Schule

Diese Weiterentwicklung wurde durch diverse Auszeichnungen insbesondere in der letzten Dekade immer wieder wertgeschätzt. 2011, noch von Frau Schütte-Ständeke geführt, wurde das Heisenberg-Gymnasium von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft als Schule mit besonderem Engagement, als eine der besten Schulen in NRW, ausgezeichnet. Ein Jahr später durften wir uns als eine von nur 31 Schulen in ganz NRW als MINT-freundlich bezeichnen: Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in Dortmund wurde das Heisenberg-Gymnasium mit dem Prädikat ausgezeichnet, das von der Initiative „MINT – Zukunft schaffen" und den Barmenia Versicherungen initiiert worden war und zum zweiten Mal vergeben wurde.

Hintergrund der Preisvergabe ist die Gefährdung des Wirtschaftsstandortes Deutschland durch den Mangel an Nachwuchs in den MINT-Qualifikationen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Die Initiative „MINT - Zukunft schaffen" möchte zukunftsorientiert und wegweisend Zeichen für positive Veränderungen setzen, um dem strukturellen Problem des Mangels an naturwissenschaftlich-technischen Fachkräften entgegenzuwirken. Ziel der Initiative „MINT – Zukunft schaffen" ist es daher, Lernenden und Lehrenden in Schulen und Hochschulen sowie Eltern und Unternehmern die vielfältigen Entwicklungsperspektiven, Zukunftsgestaltungen und Praxisbezüge der MINT-Bildung nahezubringen. Vor allem aber möchte „MINT - Zukunft schaffen" gemeinsam mit seinen Partnern (darunter Cisco Systems, Deutsche Bahn AG, Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV), Deutsche Telekom Stiftung, Robert Bosch Stiftung) Begeisterung für die MINT-Fächer wecken und über attraktive Berufsmöglichkeiten und Karrierewege in den MINT-Berufen informieren.

Ein wichtiges Anliegen der Initiative ist die nachhaltige Verbesserung des MINT-Unterrichts an Schulen. Wie auch die anderen Schulen, wurde das Heisenberg-Gymnasium auf Basis eines anspruchsvollen standardisierten Kriterienkatalogs bewertet, der bundesweit vereinheitlicht ist. Seit 2014 gibt es an unserer Schule einen Schnuppernachmittag für Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen, die erleben können, was sich hinter diesem Konzept überhaupt verbirgt und was im MINT-Unterricht eigentlich genau gemacht wird. Seit 2015 besitzt die Schule auch die Urkunde und Auszeichnungstafel „MINT-freundliche Schule“, wofür Dr. Angela Merkel die Schirmherrschaft für Schulen mit besonderem Engagement in diesem Bereich übernimmt. Die Profilbildung am Heisenberg-Gymnasium hat damit eine klare Richtung und wird stetig intensiviert und ausgebaut. So kooperiert unsere Schule seit 2017 mit der Westfälischen Hochschule, die Schülerinnen und Schülern Wissenschaft im Labor erlebbar macht, finanziert vom VEE und der Volksbank-Ruhr-Mitte. 

Seit 2016 kooperieren wir ebenfalls mit dem NRW-Zentrum für Talentförderung, was den Schülerinnen und Schülern in vielen schulischen und außerschulischen Bereichen z. B. individuelle Beratung, Coaching, aber auch Hochschul- und Laborbesuche ermöglicht. Ende 2016 wurden hierfür die ersten Stipendien, die finanzielle sowie Sachleistungen beinhalten, vergeben. Leitgedanke des Programms ist es, „jungen Menschen den Weg ins Berufsleben und Studium zu ebnen und dabei Herkunftsfaktoren im Bildungswesen auszuschalten", so Suat Yilmaz, Leiter des Talentscoutings und Mitarbeiter der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen. Vor drei Jahren wurde so die Talentsuche am Heisenberg-Gymnasium in den Schulalltag integriert. Insbesondere Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, die aus Nicht-Akademiker-Haushalten, Familien mit Zuwanderungsgeschichte sowie aus einkommensschwachen Elternhäusern stammen, werden bei diesem Projekt speziell angesprochen, denn für diese ist der Zugang zur Hochschulausbildung auch heute noch deutlich schwieriger als für Jugendliche aus bildungsnahen Familien. Förderungswürdige Schülerinnen und Schüler werden von ihren Lehrerinnen und Lehrern vorgeschlagen und erhalten mit dem Programm die Möglichkeit, in regelmäßig stattfindenden Gesprächen mit dem Talentscout Zukunftsperspektiven zu entwickeln und die Realisierung zu besprechen, um dementsprechend Hilfe für den Einstieg in ihr späteres Berufsleben zu bekommen. So konnten wir kürzlich neben den bereits genannten Tafeln im Eingangsbereich eine weitere anbringen: die Auszeichnung als „Schule im NRW-Talentscouting“.

Im Fachbereich Informatik haben unsere Schülerinnen und Schüler insbesondere im Laufe der letzten fünf Jahre herausragende Leistungen erbracht. Seit 2013 nehmen jährlich nicht nur außerordentlich viele unserer Informatiker und Informatikerinnen an Wettbewerben in diesem Fachbereich teil, sondern gewinnen auch die ersten Plätze. 2013 gewann ein GK den 1. Preis im Bundeswettbewerb, 2014 wurde das Heisenberg sogar für unsere ungewöhnlich hohe Teilnehmerzahl ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erreichten wir den 2. Rang bei „invent a chip“, einem bundesweiten online-Wettbewerb, und konnten das Preisgeld von 500 Euro in die Technikausstattung investieren. 2015 gewannen wir nach 2013 zum zweiten Mal Gold beim Bundeswettbewerb Informatik, bei dem 1100 Schüler miteinander konkurrierten und nur insgesamt 10 Schulen überhaupt ausgezeichnet wurden. 2016 ging diese Erfolgsgeschichte weiter: Nach zwei Monaten Tüftelei an nicht-trivialen Aufgaben, die einen Wissenstransfer auf völlig neue Gebiete notwendig machten, nahmen 64 Heisenberger wiederum am Bundeswettbewerb teil und gewannen die drei ersten Plätze. Bundesweit wurden mit diesem Preis nur 14 Schulen ausgezeichnet! 300 (!) weitere Schülerinnen und Schüler unserer Schule nahmen im gleichen Jahr im Übrigen auch noch am Informatik-Wettbewerb Biber online teil und belegten ebenfalls die Plätze 1 und 2.

Vielfalt wertschätzen und fördern

Doch nicht nur im Bereich der Naturwissenschaften zeichnet sich unsere Schule aus, sondern ebenfalls durch die Vielfalt der Menschen, die zu unserer Schulgemeinde gehören. Für die Vielzahl der Projekte zur interkulturellen Verständigung, z. B. „Padrini“, „BroSis“ oder „Balu und Du“ sowie für das von einer Arbeitsgruppe aus Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern sowie Eltern ausgearbeitete Konzept der interkulturellen Öffnung wurde das Heisenberg-Gymnasium im Oktober 2017 als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet. 

In dem „Padrini“ Projekt helfen seit 2014 Heisenberger Schülerinnen und Schüler Grundschülern mit Migrationshintergrund in schulischen Belangen, z. B. bei den Hausaufgaben. Für ihr ehrenamtliches Engagement bekommen sie ein Zertifikat und eine kostenfreie Jahresmitgliedschaft in einem Gladbecker Sportverein. „Balu und Du“ ist seit 2016 ein weiteres Mentorenprogramm, bei dem Schülerinnen und Schüler unserer Schule Grundschüler in ihrer Freizeit begleiten und unterstützen.

Die BroSis-AG“ ist ein Projekt, das dem Grundsatz „Schüler helfen Schülern“ folgt- und bereits seit 2012 fester Bestandteil unseres Schullebens ist. Das Projekt wurde mit dem Integrationspreis der Bundesregierung ausgezeichnet. Bei dem Konzept greifen Schülerinnen und Schüler der Oberstufe jüngeren Mitschülern aus der Klasse 7 einmal pro Woche unter die Arme, um inhaltliche Defizite in einzelnen Fächern gezielt aufzuarbeiten und schließlich wieder gute Ergebnisse zu erzielen. Die „Nachhilfelehrer“ werden wiederum von Q2-Schülern bei Fragen rund um ihre Laufbahn beraten, wofür sie dann am Ende ihrer Schulzeit ein Zertifikat bekommen, das sie bei ihren Bewerbungen im Berufsleben nutzen können.

Die Weiterentwicklung des Padrini Projekts, die intensive Arbeit an der interkulturellen Öffnung der Schule, aber auch andere außergewöhnliche schulische wie außerschulische Leistungen werden seit 2015 mit dem Schmelztiegel Förderpreis ausgezeichnet, der in die Fußstapfen des Danielzik-Förderpreises getreten ist, der bis 2014 in sieben Jahren 125 Schülerinnen und Schüler für besonderes soziales Engagement und besondere schulische Leistungen ausgezeichnet hatte.

Soziales Engagement

Am Heisenberg-Gymnasium werden soziales Lernen und soziales Engagement großgeschrieben. Seit 2013 finanziert die Stadt Gladbeck das Anti-Mobbing Theaterprojekt Spotlight, seit 2014 kommt alljährlich das Fair Mobil-Projekt zur Gewalt- und Mobbingprävention an unsere Schule, mitfinanziert durch unseren Förderverein. Nachdem in der 5. Klasse Schülerinnen und Schüler zunächst auf einer Klassenfahrt nach dem Motto „Wir werden eine Klasse“ zusammengeführt werden, sind das Spotlight-Projekt in Klasse 6 und das Fair Mobil-Projekt in Klasse 7 seit einigen Jahren feste Bausteine in unserem Anti-Mobbing-Konzept. Mit dieser präventiven Arbeit möchten wir für unsere Schülerinnen und Schülern ein sicheres, harmonisches Lernumfeld gewährleisten. Spotlight ist ein sechsstündiger Projekttag, bei dem in Rollenspielen - speziell auf Mobbing-Zusammenhänge abgestimmt – Theaterpädagogik genutzt wird. Beim Fair Mobil werden in einem Stationenparcours Themen wie zum Beispiel Gewaltprävention, konstruktive Konfliktkultur, Krisenbewältigung, Gruppenentwicklung und Teamgeist, Entwicklung von Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung bearbeitet. Seit 2012 nehmen alle unsere Sechstklässler darüber hinaus am Lions-Quest-Programm teil, das hierfür qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer an vier Tagen im Schuljahr mit ihnen durchführen. Ziel ist es, die Heranwachsenden stark, selbstbewusst, konflikt- und teamfähig zu machen.

Das Prinzip „Schüler helfen Schülern“ greift auch bei anderen Aufgaben im Schulleben. Im Schuljahr 2013/2014 wurde an unserem Gymnasium der SSD (Schulsanitätsdienst) wieder eingeführt. Die Gruppe von Freiwilligen, bestehend aus Oberstufenschülern, beendete die Ausbildung im Juni 2014 kurz vor Beginn der Sommerferien und wird seitdem von einem Lehrer in ihrer wertvollen Arbeit betreut. Seit 2013 haben unsere Schulsanitäter Bereitschafts-Dienst. Dazu wird ihnen ein Notfallhandy zur Verfügung gestellt sowie ein eigener Raum mit dem entsprechenden Equipment. In den darauffolgenden Schuljahren wurden stetig weitere Gruppen von Sanitätern ausgebildet. Der Erste-Hilfe-Schein, den sie erwerben, kann übrigens dann auch für den Führerschein genutzt werden. Über 60 Schülerinnen und Schüler haben sich bereits vom DRK zu Ersthelfern im Schulsanitätsdienst ausbilden lassen.

Die Spendenbereitschaft und der Einsatz in sozialen Projekten waren in den letzten zehn Jahren ungebrochen groß: So sammelten die Schülerinnen und Schüler Geld durch Theateraufführungen, Autoputzaktionen oder Fußballturniere für die Kindernothilfe. Sie sammelten Sachspenden für ein ungarisches Waisenhaus, ebenso für die 2016 in Gladbeck angekommenen Flüchtlinge. Sie sammelten Spenden in eigener Sache, so 2008 über 5000 Euro für ein virtuelles Klassenzimmer, um einer schwer erkrankten Mitschülerin die Teilnahme am Unterricht zu ermöglichen und 2013 für die moderne Technikausstattung aller Klassenräume mit Beamer und Dokumentenkamera. Das Brunnenbauprojekt der evangelischen und islamischen Fachschaft in Zusammenarbeit mit „Grünhelme e.V.“ – ein Verein, der sich für den Wiederaufbau von Gemeindestrukturen und den kulturellen, ökologischen und religiösen Wiederaufbau in ehemaligen afrikanischen Krisengebieten einsetzt – zur Verbesserung der Zugangsmöglichkeiten zu frischem Trinkwasser in Afrika muss an dieser Stelle natürlich besonders hervorgehoben werden. So sammelten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 vor drei Jahren Pfandflaschen und Geldspenden für den Brunnenbau in Ruanda und dem Kongo. Sie konnten bisherdie enorme Summe von rund 6000 Euro spenden. Diese ungewöhnliche Aktion zeige einmal wieder die gelungene interreligiöse und interkulturelle Zusammenarbeit an unserer Schule, schrieb die WAZ 2015 über dieses „pfandtastische“ Projekt.

Erinnern und Gedenken

Im Rahmen von Gedenkfeiern, Stolpersteinverlegungen und Zeitzeugenvorträgen erinnerten wir in den letzten Jahren immer wieder an die nationalsozialistische Vergangenheit. Jährlich findet im Forum und Bonhoeffer Haus anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz vom 27.01.1945 eine Gedenkfeier für die Opfer des Holocaust statt. Häufig arbeiten dabei Schülerinnen und Schüler der Oberstufe mit dem Gladbecker Bündnis für Courage zusammen und recherchieren intensiv die Lebens- und Leidenswege jüdischer Mitbürger, die auch in Gladbeck Zug um Zug per Gesetz entrechtet, terrorisiert und vernichtet wurden. 

In diesem Zusammenhang besuchte 2015 zum Beispiel das Ehepaar Schild, das heute in den USA lebt, das Heisenberg-Gymnasium, um über seine Gladbecker Wurzeln und seinen neuen jüdisch-orthodoxen Alltag in Amerika zu berichten.

Großes Engagement zeigten einige unserer Schülerinnen und Schüler, unterstützt durch eine Geschichtslehrerin, auch bei den Stolpersteinverlegungen in Gladbeck. Bis 2015 wurden in unserer Stadt bereits 70 Stolpersteine für ehemalige jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger verlegt. Allein im Jahr 2015 kamen durch den intensiven Rechercheeinsatz unserer Schülerinnen und Schüler weitere 20 Steine hinzu, die im gesamten Stadtgebiet verlegt werden konnten.

Erst kürzlich, im Januar dieses Jahres, kamen Sohn und Enkel der 1938 aus Gladbeck deportierten Ruth Nevo (geb. Haber, 1922) zur Gedenkfeier, die im Bonhoeffer-Haus stattfand. Schülerinnen und Schüler hatten bereits 2014 die Geschichte dieser Frau, die den NS-Terror in Palästina überlebt hat, für die Stolpersteinverlegung an der Rentforter Str. 7 recherchiert und sich 2018 nochmals mit ihrer Überlebensgeschichte beschäftigt.

Dieses Engagement der Schülerinnen und Schüler wurde auch mehrfach belohnt. U.a. wurde für den Einsatz des Leistungskurses Geschichte (Abitur 2010) für die Erinnerungs- und Gedenkkultur in Gladbeck durch die Stolpersteinverlegungen und zwei Gedenkfeiern anlässlich der Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz (27.01.2009 und 27.01.2010) dem Heisenberg-Gymnasium im März 2010 der Dr. Selig-Auerbach-Preis von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in einem feierlichen Festakt im Rathaus von Recklinghausen verliehen.

Kunst und Kultur am Heisenberg

Theaterproduktionen, musikalische Darbietungen und Kunstausstellungen unterhielten auch in den letzten 10 Jahren die Schulgemeinde. Mit der 54. Premiere am Heisenberg-Gymnasium zeigte die Theater-AG erneut ihr schauspielerisches Können und nahm die ungeklärte Todesursache von Shakespeares Ophelia zum Ausgangspunkt ihrer Produktion, bei der sie eine schaurig-düstere Atmosphäre im Forum schuf, die am Ende des Stückes allerdings in heitere Partylaune umschlug, sodass das Publikum gut gelaunt und begeistert applaudierte. Nicht nur das Forum war Ort dieser Darbietung, die Nachwuchsschauspieler hatten ebenso die Gelegenheit, ihr Können auf der großen Bühne des MIR zu beweisen. 

Im Schuljahr 2013/14 kamen wir dann in den Genuss Partnerschule des Musiktheaters im Revier zu sein. Zuvor hatten wir bereits einige Erfahrungen mit einzelnen kleineren Kooperationen, wie zum Beispiel bei den genannten Schülertheatertagen, der Schüleroper oder auch einzelnen kooperativen Darstellungen wie „Heavy music – cool love“. Doch dieses Projekt bedeutete eine besonders intensive Einbindung der Schülerinnen und Schüler in den Theaterbetrieb. Jeder einzelne sah nicht nur eine Produktion des MIR, Regisseure, Theaterpädagogen und Schauspieler besuchten auch unsere Schule zur Vor- und Nachbereitung des Stücks, das die jeweiligen Schüler zu sehen bekamen. Workshops zu szenischem Spiel sowie Praktikumsplätzen wurden angeboten und mit viel Freude von unseren Schülerinnen und Schülern und auch von Lehrerinnen und Lehrern in Anspruch genommen.

Im gleichen Schuljahr begeisterte eine weitere besondere Produktion Eltern, Kollegen und Schüler im Forum. „Molière rockt im Tanztheater“ titelte die WAZ ihren Artikel. Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 (Tanztheater), EF (Kunstkurs) sowie Q1 (Literaturkurs) zeigten ihre Talente in Tanz, Gesang, Musik und szenischem Spiel auf der Forumsbühne. Die Beteiligten waren so begeistert, dass sie den Wunsch nach weiteren gemeinschaftlichen Produktionen in ähnlicher Form äußerten.

Drei Jahre später wurde dann die Kulturveranstaltung „Heisenberg kreativ“ ins Leben gerufen, die seitdem regelmäßig einmal im Jahr im Forum stattfindet. Zunächst stellen die Kunst- und auch Musikkurse unserer Schule ihre Arbeiten in Form einer Vernissage aus. Bilder, Collagen, Kurzfilme, Musikstücke – die Bandbreite künstlerischer Ausdrucksformen wurde von den Zuschauern und auch der Presse als erstaunlich gelobt. Im Anschluss an diese Vernissage haben die Tanztheater- und Literaturkurse Gelegenheit, ihre Produktionen bis in den späten Abend hinein zu präsentieren. 

„Heisenberg in Concert – HeiCo“ heißt eine weitere Kulturveranstaltung unserer Schule, die seit 2013 jedes Jahr im November stattfindet und nicht nur eine Möglichkeit bietet, Aufführungspraxis zu gewinnen, sondern die Zuschauer mit eigenen musikalischen Kompositionen begeistert. Dabei spielen Gesang sowie Instrumentalstücke, egal ob schulisch oder privat erarbeitet, eine Rolle.

Auch für außerschulische Partner ist das Heisenberg stets offen. So arbeiteten wir ganz in der Tradition unserer Workshoptage 2011 eng mit der Literaturvereinigung „Wortrausch“ zusammen und initiierten das „School Art Projekt“. Hinaus aus dem „straffen 45 – Minuten – Unterrichtstakt und hinein ins pralle Projektleben“ beschrieb der WAZ Reporter seine Beobachtungen der Proben für die Aufführungen am Wochenende. Von südamerikanischem Showtanz aller Jahrgangsstufen über Poetry Slam, Lesungen aus Belletristik sowie Lyrik bis hin zu Kunstausstellungen wurde auch hier wieder eine außergewöhnliche Bandbreite kultureller Ausdrucksformen gezeigt. Trotz der naturwissenschaftlichen Ausrichtung des Heisenberg-Gymnasiums ist die Förderung von Kunst, Musik, Kultur fest in unser Schulleben integriert.

Wirtschaft und Politik – Heisenberger „Talentschmiede“ (WAZ, 08)

Beim jährlichen Planspiel Börse der Gladbecker Sparkassen, räumte das Heisenberg 2008 gleich drei der sechs zu vergebenen Preisen ab, woraufhin die Presse unsere Schule als „Talentschmiede“ bezeichnete. Auf die Gewinner warteten Geldgewinne und ein Tag in Frankfurt, „der Stadt der Banken“.

Die finanzielle Bildung von Schülerinnen und Schülern ganz generell und strukturiert zu fördern ist Ziel und Grundlage des Kooperationsvertrags mit der Volksbank Ruhr-Mitte, welcher 2013 geschlossen wurde. Als langjähriger Förderer unserer Schule hatten wir zuvor bereits häufig zu verschiedenen Einzelprojekten zusammengearbeitet. Um nur ein Beispiel zu nennen, finanzierte die Volksbank 2011 mit 30.000 Euro einen Projekttag zur finanziellen Bildung mit dem Titel „Geld regiert die Welt?“. Die steigende Anzahl privater Insolvenzen von unter-20jährigen sei alarmierendes Zeichen und Anlass, wirtschaftliche Zusammenhänge zu erläutern und präventiv auf das persönliche finanzielle Verhalten einzuwirken. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Lehrerbildung in Gelsenkirchen wurde damit ein Konzept geschaffen, das alle Jahrgangsstufen einschloss. Ältere Schülerinnen und Schüler fuhren zum Geldmuseum in Frankfurt, jüngere Schülerinnen und Schüler absolvierten einen sogenannten „Finanzführerschein“. Höhepunkt des Workshops war dann die Podiumsdiskussion mit hochdotierten Professoren der Ökonomie, Finanzwissenschaftlern, dem Stadtkämmerer und dem Vorstand der Volksbank zum Thema „Was interessiert mich Griechenland?“. „Es ist unser gemeinsamer gesellschaftlicher Auftrag bei jungen Menschen frühzeitig ein Bewusstsein und Kompetenzen für den verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu schaffen“ begründete Herr Blanck (Vorstand, VB) das dankenswerte Engagement der Volksbank Ruhr-Mitte für unsere Schule. In diesem Sinne wurde schließlich nur zwei Jahre später der Kooperationsvertrag zwischen dem Heisenberg-Gymnasium und der Volksbank Ruhr-Mitte als erster seiner Artgeschlossen. Sowohl in der Lehrer- als auch in der Schulkonferenz traf das Vorhaben auf einstimmigen Annahme. Volksbank und Schule sehen die Kooperation als „win-win-Situation“. Die Wirtschaft aus der Praxis erklären, Praktikumsplätze zur Verfügung stellen, Hürden bei der Bewerbung im Anschluss an die Schullaufbahn nehmen, Interesse an Berufen im Bankenbereich wecken, sind da nur einige Aspekte, die auf der Pressekonferenz 2013 genannt wurden.

Beim „Planspiel Südsicht“ ging es 2015 23 Schülerinnen und Schülern des Heisenberg-Gymnasiums um die Rettung ihrer fiktiven Heimat in Afrika. In zwei Fraktionen stritten sie um die Umsetzung von Hochwasserschutz- und Umweltprojekten. Die Aktion wurde von der Stadt in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21, die sich hier die nachhaltige Bildung der Jugend im Bereich Klimaschutz zum Ziel genommen hat, initiiert. In verteilten Rollen – von Bauer über Stammeshäuptling bis hin zu Unternehmer – brachten die Zehntklässler bei Ratssitzungen ihre Forderungen zum Ausdruck und lernten viel über Klimapolitik, Aufgaben von Politikern und Entscheidungsfindungsprozesse, wie sie im Anschluss an das Projekt im WAZ-Interview äußerten.

Mit starken Reden beeindruckten unsere Schülerinnen 2016 bei „Jugend debattiert“. Inhalt der Reden waren Themen, die die Jugend bewegen: das ewige Streben nach Perfektion, Cyber-Mobbing oder Flucht. Im Finale mussten sich die drei besten innerhalb von nur 30 Minuten darauf vorbereiten, eine Rede zu drei zur Auswahl stehenden Themen, „Gladbeck in 30 Jahren“, „100 Nationen in Gladbeck“, „Wenn ich Bürgermeister von Gladbeck wäre…“, zu halten. Vor rund 100 Jugendlichen im Ratssaal siegte schließlich eine Heisenbergerin.

 

Ein Neubau muss her“

Bedenkt man allein, dass sich unsere Schule in den letzten 50 Jahren als jüngstes zum größten Gymnasium der Stadt mit über 800 (Stand 2013) Schülerinnen und Schülern in der Gladbecker Bildungslandschaft voll etabliert hat, ist es offensichtlich, dass der Schulstandort Heisenberg-Gymnasium erhalten bleiben muss. Das war auch den Stadtpolitikern klar geworden. Doch der in Leichtbauweise aus dem Boden gestampfte Bau ist mittlerweile so marode, dass 2013 erstmals auch offiziell festgestellt wurde, dass dieses Schulgebäude entweder kernsaniert oder abgerissen und neu gebaut werden müsse. Die Stadt Gladbeck erkannte Handlungsbedarf und der für die Schulen zuständige Dezernent machte im WAZ-Interview bereits vor fünf Jahren klar, dass man grundsätzlich vor der Frage stehe, ob eine energetische Sanierung allein ausreiche, in wirtschaftlicher, aber auch in pädagogischer Hinsicht. Um ein modernes pädagogisches Konzept, wie es das Heisenberg-Gymnasium vertritt, erfolgreich zu etablieren, muss auch das Gebäude diesen hohen Ansprüchen genügen.

Im März 2015, nach eingehender Wirtschaftlichkeitsexpertise war dann endlich klar: Es wird tatsächlich einen Neubau geben! Nach aufwendiger Vorbereitung, bei der unsere Schule mit einbezogen war, war das Bauvorhaben 2017 europaweit ausgeschrieben, und im Oktober 2018 wird voraussichtlich die Entscheidung fallen, welcher der eingereichten Pläne ab dem kommenden Jahr realisiert werden wird. Angesichts dieser aufregenden Chance hatten wir alle - Schulleiter und stellvertretende Schulleiterin, Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler - viel Elan und noch mehr Ideen, unser neues Schulgebäude mit zu planen und in unserem Sinne zu gestalten. Denn eines ist uns allen klar: das Heisenberg sind WIR.

Sandra Schmirler

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