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1998 - 2008 Das Heisenberg profiliert sich im neuen Jahrtausend

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1998/99-2007/08: Das Heisenberg profiliert sich im neuen Jahrtausend

In diesen zehn Jahren der Schulgeschichte des Heisenberg-Gymnasiums engagierte sich die Schulgemeinde bei den unterschiedlichsten Aktivitäten und Veranstaltungen aus den Bereichen Politik, Umwelt, Theater, Kultur und Sport. Bahnbrechende neue Projekte und Wettbewerbe wurden am Heisenberg mit großem Interesse und noch größeren Erfolgen der Schülerinnen und Schüler durchgeführt. Zudem wurden die verschiedenen Austauschprogramme und Freundschaften zu den Partnerschulen vertieft. Dabei sind natürlich zuallererst die Austauschfahrten mit Marcq-en-Barœul und Enfield, die noch heute jährlich stattfinden, aber auch die regelmäßigen Austausche mit Alanya und Wodzislaw, ja sogar Schweden zu nennen.

Politisches Engagement

Insbesondere muss man in einer Rückschau das große politische Interesse und Engagement der Schülerinnen und Schüler in jener Zeit erwähnen. Sie erstellten mehrmals erfolgreich repräsentative Wahlprognosen, in denen über 700 Gladbeckerinnen und Gladbecker befragt wurden. Aufgrund der erstaunlichen Treffsicherheit dieser Prognosen wurden die jungen Heisenberger Wahlforscher mehrfach in der Presse gelobt. Außerdem wurden Landtagsbesuche sowie Podiumsdiskussionen zu Themen, wie „Organspende“ (1998) und „Verantwortung in der Wissenschaft“ (2001) durchgeführt. Aufsehen erregte die Heisenberger Jugend auch durch ihre Informations- und Protestaktion zum Irakkrieg 2003, als Schülerinnen und Schüler in der Innenstadt Flugblätter verteilten.

Umweltschule Heisenberg

Insbesondere im Rahmen der „Lokalen Agenda 21“ fielen die Schülerinnen und Schüler durch besonderes Engagement auf. So wurde das Heisenberg-Gymnasium bereits 1998 zur Umweltschule Europas ernannt, in welchem Zusammenhang zum Beispiel auch das „Eine-Welt-Forum“ eröffnet wurde. Aktionen für die Eine Welt, Sammlungen und Verkäufe von Produkten aus Entwicklungsländern wurden von engagierten Schülerinnen und Schülern durchgeführt. 1998 nahm die Schule dann erstmalig an einem Energiesparprojekt des RWE teil, bei dem Schülerinnen und Schüler einen Solarkocher entwickelten, mit dem man allein mit zentrierter Solarenergie kochen konnte, was die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen und Lehrer mehrfach erfolgreich testeten. Sie errichteten auch eine Trockensteinmauer und eine Wallhecke zum Artenerhalt im Schulgartenbiotop auf dem großzügigen grünen Schulgelände hinter dem Hauptgebäude. Im darauffolgenden Jahr wurde schließlich sogar eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes installiert. Schon während der ersten Projektwoche im Jahr 1981 hatte ein Kurs ein Windrad mit Stromgenerator entwickelt und gebaut.

Aufgrund der zahlreichen innovativen Aktivitäten zum Thema „Europa in der Zukunft“ besuchte die damalige Europaabgeordnete Jutta Haug aus Herten das Heisenberg-Gymnasium.

Erinnern und Gedenken

Doch nicht nur die gegenwärtige Politik nahmen unsere Schülerinnen und Schüler zum Anlass, Projekte und Veranstaltungen zu initiieren, auch die jüngere Geschichte bot immer wieder Gelegenheit zu außerordentlichem Engagement. So jährte sich 1998 zum 60. Mal die Pogromnacht, in der die Nationalsozialisten überall in Deutschland und auch in Gladbeck Synagogen zerstörten und in Brand steckten. Am Mahnmal in Wittringen erinnerten Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer mit Reden im Rahmen eines Gedenkakts an dieses Ereignis.

Um den Schülerinnen und Schülern nahe zu bringen, dass auch in Gladbeck der Nationalsozialismus seine Spuren hinterlassen hat, entwickelte ein Leistungskurs Geschichte mit seinem Lehrer eine Radtour auf den Spuren des Nationalsozialismus durch Gladbeck. Die Schülerinnen und Schüler hielten diesen Radweg in einer Broschüre mit hoher Auflage fest, sodass auch die heutigen Geschichtskurse diese Radtour mit viel Freude und Interesse unternehmen können. 

Als Zeitzeuge jüdischer Geschichte und Verfolgung wurde Salomon Perel zu einem Zeitzeugenvortrag eingeladen. Die Schülerinnen und Schüler, die damals die seltene Gelegenheit hatten, einen der wenigen überlebenden Zeitzeugen der jüdischen Verfolgung in Gladbeck anzuhören, zu befragen und zu erleben, berichteten im Anschluss von ihrer Ergriffenheit nach seinem Vortrag.

Lehrerinnen und Lehrer der Fachschaft Geschichte waren damals besonders engagiert und ermunterten immer wieder Schülergruppen, sich an dem Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten im Rahmen der Körber-Stiftung zu beteiligen. Eine Heisenbergerin war in diesem Jahrzehnt in Sachen Geschichte besonders erfolgreich: Sie beteiligte sich mehrmals an den Geschichtswettbewerben und gewann 2005 sogar den 1. Platz in diesem bundesweiten Wettbewerb.

Teilnahme an weiteren Wettbewerben

Als einer der wichtigsten finanziellen Unterstützer unserer Schule gilt die Volksbank Ruhr-Mitte, deren 28. Internationaler Jugendwettbewerb „Abenteuer Kommunikation“ 1998 von Schülerinnen und Schülern des Heisenberg-Gymnasiums gewonnen wurde. Auch das Planspiel Börse erfreute sich insbesondere seit Ende der 1990er Jahre großer Beliebtheit, 2002 belegte das Heisenberg sogar die beiden ersten Plätze. 

Die Freude an der Mathematik, die viele unserer Schülerinnen und Schüler teilen, wurde in der Dekade ebenfalls an der Teilnahme an Wettbewerben deutlich. Seit 2001 nehmen die Heisenberger regelmäßig an der landesweiten Matheolympiade teil und seit 2005, erstmalig mit 112 Schülerinnen und Schülern, am europaweiten Känguru-Wettbewerb der Mathematik. In diesen Wettbewerben zeigen die mathematikinteressierten Schülerinnen und Schüler bis heute regelmäßig mit viel Freude und Ehrgeiz erfolgreich ihr Können im Umgang mit Zahlen.

Das Literaturcafé „Defne“

2002 gründete Behçet Sovuksu, Lehrer für Türkisch und islamische Religion am Heisenberg-Gymnasium, gemeinsam mit Freunden ein kleines deutsch-türkisches Literaturcafé, das sich zunächst am Marktplatz in Gladbeck befand. Als es dort nicht mehr bleiben konnte, fand es nach einer Zwischenstation in der Stadtbücherei 2007 ein neues Zuhause in den Räumen des Heisenberg-Gymnasiums, wo Herr Sovuksu tatkräftige Unterstützung aus der Schulgemeinde erhielt. Zur Arbeit und zu den Zielen von Defne schrieb er: „Mit dem Literaturcafé ‚Defne‘ soll unter diesem Namen allen Schülern etwas geboten werden, was für sie gut ist: Hilfe zur Selbsthilfe, Bewusstsein der eigenen Selbstbefindlichkeit durch Bildung im weiteren Sinne, Austausch und Verständnis untereinander. In der regelmäßig erscheinenden Zeitschrift kommen Jugendliche und Erwachsene zu Wort, die im Sinne des ‚Defne-Gedankens‘ Geschichten erzählen, Berichte schreiben, Gedichte vorstellen, Interviews abdrucken und über Aktualitäten wie Veranstaltungen oder Schüleraustausch berichten.“

Und nach dem Abitur? – Berufsinformation am HG

Seit 1987 gab es den BerufsInfomationsTag (BIT) für die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II. Neben den Mitarbeitern der Volksbank engagierten sich jährlich beim BIT zahlreiche Referenten aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern, um die Schülerinnen und Schüler bei der Berufsfindung zu unterstützen. Denn es fiel und fällt den Abiturientinnen und Abiturienten immer schwerer, sich einen Studienplatz zu wählen und auch zu wissen, wie denn später die Berufsaussichten sind und der Berufsalltag aussieht. Später organisierten die drei Gymnasien und die Gesamtschule gemeinsam diese umfänglichen Veranstaltungen mit zig Referentinnen und Referenten aus annähernd 50 Berufen von Anwalt bis Zahnärztin. 

 

2003 startete das Heisenberg mit dem ZEUS-Projekt, Zeitung und Schule. Die Zeitungen wollten mit dieser Aktion für die 8. Jahrgänge das Zeitunglesen ermöglichen und üben, in dem Bewusstsein, dass in vielen Familien keine Zeitungen mehr gelesen werden. Die Schülerinnen und Schüler bekamen täglich die aktuellen Zeitungen in Klassenstärke und lernten mit ihren Lehrerinnen und Lehrern den Aufbau und die Textsorten einer Tageszeitung kennen. Sie erfuhren so natürlich auch etwas über das Weltgeschehen und ihre Region. Am Ende sollten die Schüler selber einen Artikel über ein Ereignis ihrer Wahl verfassen. Die meisten dieser Artikel wurden dann auch veröffentlicht. Unsere Schüler verfassten u.a. Artikel über Soft-Air-Waffen in Kinderhand, Tiere im Tierheim, Jungfußballer, die DLRG, Polizeiarbeit, Rockmusik und Computerspiele. Die WAZ hat noch heute die Schirmherrschaft über dieses Projekt und es wird jedes Jahr aufs Neue mit Begeisterung an unserer Schule durchgeführt.

 

Der MINT-Zweig - die mathematisch-naturwissenschaftliche Orientierung setzt sich durch

Zu Beginn der Nuller-Jahre erreichte die Diskussion um den technisch-naturwissenschaftlichen Nachwuchs für die Bundesrepublik auch die Gymnasien. Man hatte festgestellt, dass zu wenige junge Menschen Fächer aus den Bereichen Mathematik/Informatik/Naturwissenschaft und Technik wählten und studierten: MINT war geboren! Aus einer MINT-Circle-Diskussion, die 2003 naturwissenschaftliche Fächer in den Fokus nahm, entwickelte sich am Heisenberg-Gymnasium die erste MINT-Klasse. Die Idee war, dass eine von den 3-4 Anfangsklassen mit zwei Extrastunden pro Woche in den Fächern Biologie, Chemie, Mathematik und Informatik versehen werden sollte, je ein Halbjahr lang.

Schon bald waren diese Klassen ein echter „Renner“ und auch viele Mädchen wählten diesen Zweig. Die Fachlehrerinnen und -lehrer dieser Fächer entwickelten in harter Arbeit Curricula hierzu. Im Laufe der vergangenen fünfzehn Jahre konnte durch den Einsatz unserer Lehrkräfte, aber auch durch die Unterstützung der Elternschaft und natürlich durch die vielen Schülerinnen und Schüler, die wir mit diesem Schwerpunkt anzogen, unser heutiges MINT- Profil entwickelt und ausgebaut werden. Die Profilierung der Schule hatte sich also weiter differenziert: 2006 starteten die neuen „5er“ entweder mit dem MINT-Schwerpunkt oder mit wahlweise Französisch oder Englisch als erster Fremdsprache.

Soziales Engagement

Die Heisenberger Schulgemeinde veranstaltete etwa alle drei Jahre Spendenläufe um den Nordparkteich und konnte damit 2002 die Höchstsumme von 15.300 Euro für die Hochwasseropfer von Bitterfeld erlaufen.

Von 1998 bis 2007 sammelten die Schülerinnen und Schüler in Projekten und durch Spendenläufe Spenden für eine ganze Reihe weiterer sozialer Projekte: für Hurricane Opfer in Nicaragua (1999), Kosovoflüchtlinge (1999), Erdbebenopfer in der Türkei (1999), SOS Kinderdörfer (1999), die Kindernothilfe in Afrika (2005) und das Friedensdorf Oberhausen (2007). 2006 wurde, unter anderem für solches soziale Engagement, aber auch für herausragende schulische Leistungen, erstmalig der Danielzik-Förderpreis verliehen, bei dem insgesamt 1000 Euro an Gruppen oder einzelne Schülerinnen und Schüler gingen.

Kunst und Kultur haben Tradition

Die neue naturwissenschaftliche Ausrichtung sollte nun nicht bedeuten, dass die kreativen und musischen Fächer vernachlässigt würden. Kunst und Kultur haben am Heisenberg seit Jahr und Tag Tradition. So feierten innerhalb der zehn Jahre von 1998 bis 2007 insgesamt 20 Theaterstücke Premieren, die zunächst noch in der Pausenhalle aufgeführt wurden, bevor 2005 endlich das Forum eingeweiht werden konnte. Unter anderem spielten die Nachwuchsschauspieler Stücke von Brecht und Shakespeare, inszenierten jedoch auch eigene Stücke, wie z. B. bei der „Move on“-Performance 2005, die das Bewegungstheater fest auf der Forumsbühne verankerte.

Feten feiern

Die Abifeten, die traditionell von allen drei Gladbecker Gymnasien an der Bogenschießanlage in Wittringen gefeiert wurden, erreichte 2002 das städtische Aus aufgrund zu großer Lärmbelästigung für die Anwohner. Die Abiturienten des Jahrgangs 2002 reagierten zwar mit Entsetzen und großem Protest, doch es war zwecklos. Das Ordnungsamt drehte bereits um 1:00 Uhr nachts den Stereoanlagen den Saft ab, und die Abiturienten feierten privat im Wald versteckt weiter. Die Megaabifeten werden seit 2005 in der Maschinenhalle in Zweckel gefeiert, dort dann wieder bis in den frühen Morgen. 

Gefeiert hat 1998 im Übrigen auch die gesamte Schulgemeinde das 30jährige Bestehen des Heisenberg-Gymnasiums mit einem großen Schulfest und Ehemaligentreffen am 26. September, und 2002 konnte der 25. Abiturjahrgang der Schule zum silbernen Jubiläum laden.

Sandra Schmirler

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