logo

"Mensch und Maschine" - Heisenbergkreativ wieder ein voller Erfolg

Am 17. Juni verwandelte sich das Heisenberg-Gymnasium erneut in einen Ort voller Kunst, Theater, Musik und Kreativität. Unter dem diesjährigen Motto „Mensch und Maschine“ präsentierten Schülerinnen und Schüler eindrucksvoll, wie vielfältig Kreativität, künstlerisches Können und Teamarbeit an unserer Schule gelebt werden und beeindrucken die zahlreich erschienenden Besucherinnen und Besucher. 
Den Auftakt bildete um 16 Uhr die Kunstausstellung verschiedener Jahrgänge der SEK I und II. Ein besonders Highlight bildeten hierbei die ausgewählten Werke der 6. Klässler*innen mit ihren Roboter-Plastiken, welche zum Staunen und Nachdenken anregten.
Im Anschluss begeisterte die Theater-AG der Jahrgangsstufen 5 und 6 mit einer Theatercollage über Konflikte im Alltag von Kindern und Jugendlichen. In verschiedenen Szenen griffen die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler typische Situationen auf – etwa Streitigkeiten auf dem Schulflur, beim Shoppen oder innerhalb der Familie – und überzeugten mit viel Spielfreude, Ausdrucksstärke und einer gelungenen Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit.
Den krönenden Abschluss des Nachmittags bildete die gemeinsame Aufführung des Literaturkurses der Q1 sowie der Darstellen-und-Gestalten-Kurse der Jahrgänge 9 und 10. Gemeinsam entwickelten die insgesamt 48 Jugendlichen eine moderne Inszenierung von E. T. A. Hoffmanns berühmter Erzählung Der Sandmann (1816), einem der bekanntesten Werke der Schwarzen Romantik. Die Zusammenarbeit der drei Kurse stellte eine besondere Herausforderung dar, die mit großem Engagement und beeindruckendem Teamgeist gemeistert wurde.
Im Mittelpunkt der Aufführung stand Nathanael, dessen Ängste und traumatische Kindheitserinnerungen ihn zunehmend in eine Welt zwischen Realität und Einbildung führen. Mit modernen Inszenierungsmethoden wie z.B. dem Figurensplitting , also der Darstellung einzelner Figuren durch mehrere Schauspielerinnen und Schauspieler gelang es eindrucksvoll, Nathanaels innere Zerrissenheit und seinen schleichenden Realitätsverlust auf die Bühne zu bringen. Wenige, bewusst eingesetzte Requisiten sorgten dabei für eine klare Figurenführung und unterstrichen die moderne Ästhetik der Inszenierung.
Einen besonderen Schwerpunkt setzte das Stück auf die Gegenüberstellung der Figuren Clara und Olimpia. Während Clara als selbstbewusste, unabhängige und rationale Frau dargestellt wurde, verkörperte Olimpia die künstlich erschaffene Maschine – ein Automat, der heute als Sinnbild für Roboter oder Künstliche Intelligenz gelesen werden kann. Die Schülerinnen der 10. Klassen interpretierten diese Figur neu und entwickelten eigens Kostüme sowie eine beeindruckende Bühnenwelt, in der Maschinenarbeiter mit präzisen, rhythmischen Bewegungen den Befehlen der Menschen folgen. Dadurch erhielt Hoffmanns über 200 Jahre alter Text eine überraschend aktuelle Perspektive auf das Verhältnis von Mensch und Maschine sowie auf Rollenbilder, die bis heute nachwirken.
Der Literaturkurs setzte sich intensiv mit Themen wie Einsamkeit, Wahrnehmung, Wahnsinn und zwischenmenschlichen Beziehungen auseinander. Besonders eindrucksvoll gelang die Darstellung von Nathanaels zunehmender Besessenheit von Olimpia, deren künstliche Perfektion ihn immer tiefer in den Verlust der Wirklichkeit führt. Das berührende Ende der Aufführung zeigte schließlich eine neue Olimpia, die erst durch den Erhalt eines Herzens Menschlichkeit entwickelt und damit zugleich Fragen nach Identität, Empathie und Emanzipation aufwirft.
Auch technisch setzte die Produktion Maßstäbe. Durch die gelungene Verbindung von Videoprojektionen, Toneffekten, Tanz, Klaviermusik und Elementen des Physical Theatre entstand eine atmosphärisch dichte und anspruchsvolle Inszenierung, die das Publikum nachhaltig beeindruckte. Ein besonderer Dank gilt in diesem Zuge der herausragenden Leistung unseres Technikteams.
Die Veranstaltung war sehr gut besucht und wurde vom Publikum mit großem Applaus honoriert. „Heisenberg Kreativ“ zeigte einmal mehr eindrucksvoll, mit wie viel Talent, Kreativität und Engagement unsere Schülerinnen und Schüler ihre Ideen auf die Bühne und in den Ausstellungsraum bringen. Der Nachmittag war ein voller Erfolg und ein eindrucksvoller Beleg für die lebendige kulturelle Arbeit an unserer Schule.

Text: D. Hopp

Tags: Theater, Kunst, Literatur

Kontakt

Schule

 BwInf-Schule 2013/14                MINT         BWinfS     Verlinkungsbutton Schule im NRW Talentscouting       MScout Web Siegel 2021Logo Digitale Schule