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Die Heisenberger auf den Spuren der Römer - unser Ausflug ins Römermuseum in Haltern am See

Hier einige Eindrücke unserer Schülerinnen und Schüler über das zwei tausend Jahre alte Römerlager in Haltern und das Leben der römischen Legionäre, die dort zur Zeit des Kaisers Augustus (27 v. Chr. – 14 n. Chr.) stationiert waren.

Alina Bialowons, 6b:
Am Mittwoch, dem 19.06.2019, sind die Klassen 6a, 6b, 6c sowie der Lateinkurs 8abc den Gang ins Römermuseum angetreten.
Um 8.40 Uhr haben sich alle am Bahnhof West getroffen und sind mit dem Zug um 9.05 Uhr nach Haltern gefahren. Von dort aus sind wir bei strahlendem Sonnenschein 20 bis 30 Minuten zum Römermuseum gelaufen.
Als wir dort angekommen sind, wurde jede Klasse einer Station zugewiesen.
Eine der Stationen war ein Kino, wo wir einen Film über den römischen Militärstandort Haltern angeschaut haben. In dem Film wurde uns z.B. erzählt, dass Germanien früher wegen der Flüsse kaum begehbar war und dass sich an der Stelle, wo heute das Museum steht, vor ca. 2000 Jahren unter Kaiser Augustus, der am liebsten ganz Germanien erobert hätte, ein wichtiges Militärlager der Römer befand.

Maurice Mellinghaus, 6b:
Im Römermuseum haben wir sehr viel über eines der bedeutenden Militärlager der Römer an der Lippe, das Lager in Haltern, gelernt: Wir haben beispielsweise erfahren, welche Gebäude dazu gehörten, so z.B. die Principia, wo die Kasse der Römer aufbewahrt wurde und wo sich auch die Büros der hochrangigen Soldaten befanden. Es gab auch eine Werkstatt, ein Marinelager mit Hafen und Häuser für die Legionäre. In der östlichen Basis war ein sehr großes Silo. Die Mauer der Basis bestand aus Holz und Erde und war ca. drei Meter hoch, um den germanischen Feinden keine Einblicke zu gewähren. Das Lager war zusätzlich von einem mehrere Meter tiefen Graben umgeben. Im Graben befanden sich außerdem „Krähenfüße“, die sich durch den Fuß bohrten, wenn Feinde versuchten, den Graben zu betreten. Zu jeder Himmelsrichtung gab es einen Eingang und mehrere Türme zur Überwachung. Das Lager stand auf einer Anhöhe, was den Römern einen guten Überblick in der feindlichen Gegend verschaffte.

Imen Trabelsi, 6c:
Die Türme des Lagers wurden also auf einer Anhöhe gebaut, da man von dort eine bessere Sicht hatte, um Feinde zu erspähen. Die Mauern waren undurchdringlich, da sie aus Holz und Erde bestanden. Das verschaffte den Römern Zeit, um sich auf einen möglichen Angriff der Germanen vorzubereiten. Wir haben auch gelernt, dass sich im Lager eine Fabrica bzw. Werkstatt befand, wo nicht nur die Kampfausrüstung, sondern auch Töpfe hergestellt wurden. Die römischen Soldaten trugen eine 30 Kilogramm schwere Ausrüstung, die aus einem Schwert, Dolch, Helm, Schild und Bronzeplatten bestand – hinzu kam noch eine 18 Kilogramm schwere Versorgung, die die Römer bei sich trugen, während sie am Tag 25 Kilometer lange Wege zu Fuß zurücklegten. Das würde heute kaum noch jemand schaffen… Was ein römischer Legionär auf seinem Marsch an und bei sich trug summierte sich zu 48 Kilogramm! Das entspricht dem Körpergewicht einiger unserer Schülerinnen und Schüler! Nun fragt ihr euch vielleicht, wie die Römer alles von Rom nach Haltern transportiert habe. Da es natürlich noch keine Flugzeuge gab, benutzen die Römer Schiffe und nutzten alle Wasserwege, die ihnen zur Verfügung standen. So verwundert es auch nicht, dass die Lippe eine beliebte Stelle zum Anlegen von Militärlagern war.

Katharina Belz, 6c:
Das Tentorium war das Zelt der römischen Soldaten. Über vier einander gegenüber in den Boden gerammte Holzpfosten wurde Leder gespannt und mit einem Seil aus Hanf befestigt. Für das Leder brauchte man bis zu 70 Ziegen! Das Fleisch der Ziegen aber wurde gegessen. Das Ziegenleder wurde an den Rändern mit den Zeltheringen, die als einzige Bestandteile des Zeltes die zwei Jahrtausende überdauert haben, gespannt und befestigt. In einem Zelt gab es Platz für 6 bis 8 Männer. Dieses nannten die Römer das Contubernium.

In ihren Zelten haben die römischen Legionäre ihre Waffen, Rüstung, Kleidung, Kochgeräte, ihr Waschzeug und Erste-Hilfe-Material sowie ihre Privatgegenstände aufbewahrt. Somit hatten die Männer alles, was sie brauchten, bei sich. Die Ausrüstung und die Lebensmittel wurden zwar von der Armee gestellt, allerdings wurden die Kosten für die Lebensmittel vom Sold der Legionäre abgezogen.
Damit jeder sein Zelt wiederfinden konnte, stand vor jedem Zelt ein Holzpfeil mit dem Gruppennamen darauf.

Henning Stamm, 6b:

Die römischen Soldaten, die in Haltern stationiert waren, hatten einen Topf zum Kochen und eine kleine Pfanne (sie hatte die Größe eines Fenchels), die sowohl zum Braten von Essen als auch zum Wasserschöpfen benutzt wurde, sowie Teller. Dann hatten sie noch eine kleine Flasche, die wie ein plattgedrückter Zylinder aussah, worin sich Wasser befand. Um die Keime im Wasser abzutöten und es genießbar zu machen, gaben die Römer einen Schuss Essig oder Wein dazu.
Um Feuer zu machen, brauchte ein Römer einen Feuerstein und ein Stück Metall (in der Form eines Messers). Er hielt den Feuerstein in der einen Hand und das Stück Metall in der anderen Hand. Dann schlug er mit dem Metallstück gegen den Feuerstein. Als Zunder benutzte er das Innere eines Baumpilzes, was mit dem heutigen Grillanzünder vergleichbar wäre.
Die 6 bis 8 Männer, die sich ein Zelt teilten, hatten noch eine Mühle zum Mahlen von Mehl, die ca. 20 Kilogramm wog, sowie ein Vorratsgefäß, das man als Amphore bezeichnete.
Die Ausstattung, die die römischen Legionäre auf einem Stock auf ihren Tagesmärschen bei sich trugen, wog 18 Kilogramm und da ist die 30 Kilogramm schwere Rüstung noch nicht inbegriffen.
Als Schreibmaterial dienten übrigens Wachstäfelchen.

 

Wir hoffen, unser „Ausflug“ in die Antike hat euch gefallen! Hier kommen noch ein paar Bilder, die wir während unserer informativen Führungen durch die verschiedenen Stationen gemacht haben. Wie ihr seht, durften wir uns selbst davon überzeugen, wie es sich in etwa anfühlte, das Marschgepäck eines Legionärs über der Schulter zu tragen und die Weizenkörner selbst in einer großen Steinmühle zu mahlen.

Alexandra Wollnik (Fachschaft Latein)

 

 

 

 

 

 

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