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„Auschwitz – und trotzdem …“ – Beitrag des Heisenberg-Gymnasiums auf der diesjährigen Holocaust-Gedenkveranstaltung

Um an die Opfer des Holocaust zu gedenken, wurde auch dieses Jahr die traditionelle Holocaust-Gedenkveranstaltung durch das Gladbecker Bündnis für Courage durchgeführt. Die Gedenkfeier fand am 27. Januar 2019 statt, exakt 74 Jahre nachdem das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit wurde. Mit etwa 150 Besuchern war die Veranstaltung, die in der Aula des Ratsgymnasiums stattfand, gut besucht.

Die Gedenkfeier beinhaltete zwei Schüler*innen-Beiträge der städtischen Gymnasien (einer vom Ratsgymnasium, welches erstmals an der Veranstaltung teilnahm und einer vom Heisenberg-Gymnasium) und mehrere Wortbeiträge. Roger Kreft, Mitbegründer des Bündnis für Courage, eröffnete und schloss die Veranstaltung. Ulrich Roland, Bürgermeister der Stadt Gladbeck, forderte in seinem Grußwort zur Gedenkfeier dazu auf, die Opfer des Nationalsozialismus nicht zu vergessen, denn „wer vergessen wird, stirbt ein zweites Mal“. Prof. Dr. Hajo Funke, Politikwissenschaftler und Rechtsextremismus-Experte von der Freien Universität Berlin und außerdem Hauptredner der Veranstaltung, forderte dazu auf, Empathie mit den Opfern zu entwickeln und mahnte die Zuhörer, ebenso wie Bürgermeister Roland, die Opfer nicht zu vergessen. Die einzelnen Beiträge wurden durch jiddische Lieder von Andrea und Heinz-Paul Döing musikalisch eingerahmt und unterstrichen.

Das Ratsgymnasium erzählte eine fiktive Geschichte über eine Flüchtlingsfamilie in Form eines Schattenspiels, das als Video gezeigt wurde.
Der Beitrag des Heisenberg-Gymnasiums, erarbeitet von Majelle Quarrato (Q2), Gjyzide Hashani (Q2), Ilayda Akyazililar (Q2), Helin Dursun (Q1), Johanna Hilgers (Q1), Luca Thiemann (Q1), Tim Wolkowski (EF) und Timo Wirgs (Abitur 2018) unter der Leitung der Lehrer*innen Dr. Carmen Giese und Axel Winkler, orientierte sich an der berührenden Erzählung des Marler Berthold Boldes, dessen Eltern in der Zeit des Nationalsozialismus in einem KZ umkamen. Die Schülerinnen und Schüler trugen selbstverfasste innere Monologe vor, erzählten die Geschichte von Berthold Boldes und präsentierten anhand von Fotografien und Schlagzeilen aktuelle antisemitische und rassistische Vorkommnisse in Deutschland. Unterstützt wurde der Beitrag durch das Klavierspiel von Johanna Giese und das Fotografieren von Vincent Jägers (EF). Die Heisenberger machten, ebenso wie Hajo Funke und Ulrich Roland, darauf aufmerksam, dass die Menschen niemals vergessen dürfen, was mit den Opfern des Nationalsozialismus geschehen ist. Nur so, so die Botschaft der Gymnasiast*innen, lassen sich Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus in Gegenwart und Zukunft verhindern. Das Publikum war nach dem Beitrag des Heisenberg-Gymnasiums sehr berührt; einigen Gästen kamen sogar die Tränen. Besonders nah gingen dem Publikum die inneren Monologe. Diese wurden erst aus der Sicht des kleinen jüdischen Jungen Berthold, der die NS-Zeit mit voller Wucht zu spüren bekam, formuliert, dann aus der Sicht von Bertholds Vater und schließlich aus der Sicht des erwachsenen Bertholds, nachdem er 1949 nach Deutschland zurückkehrte und miterleben musste, wie „sie […] alle ihre Hände in Unschuld [wuschen]“.

Auch nach der Veranstaltung gab es noch einige Gäste, die auf uns Heisenberger zukamen, um zum Ausdruck zu bringen, wie gelungen sie unseren Beitrag fanden und wie sehr sie unser Engagement zu schätzen wissen.
Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserem Beitrag die Gedenkfeier mitgestalten konnten. Auch im nächsten Jahr sind wir am 27. Januar 2020 bei der nächsten Holocaust-Gedenkveranstaltung gerne wieder dabei.
Die Erinnerung darf nämlich nicht aufhören …

Tim Wolkowski, EF

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