logo

Das Heisenberg-Gymnasium setzt starkes Zeichen für Toleranz und Zivilcourage

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“: Unter diesem Motto verwandelte sich das Heisenberg-Gymnasium Gladbeck in der vergangenen Woche in einen Ort der intensiven Auseinandersetzung mit Vielfalt, Geschichte und gesellschaftlicher Verantwortung.

Im Rahmen zweier ereignisreichen Projekttage beschäftigten sich alle Jahrgangsstufen in vielfältigen Workshops mit den Themen Ausgrenzung, Diskriminierung und Antisemitismus. Das Ziel: Ein deutliches Zeichen gegen Rassismus zu setzen und das Bewusstsein für ein respektvolles Miteinander zu schärfen.

Von der Geschichte bis in die Gegenwart

Das Programm war so vielfältig wie unsere Schulgemeinde selbst. Während einige Gruppen sich auf Spurensuche durch Gladbeck begaben – etwa bei einer Stolpersteine-Tour, einem Rundgang zu interkulturellen Orten oder während einer Radtour zu den Spuren des Faschismus  –, besuchten andere das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten, die Alte Synagoge oder die „Holo Voices“- Ausstellung in Essen.

Doch auch aktuelle Herausforderungen kamen nicht zu kurz: In Workshops wie denen zu Hate Speech, Racial Profiling, dem NSU-Skandal und zu Diskriminierung in Musik und Kinder- und Jugendliteratur reflektierten die Schüler:innen kritisch ihren Alltag und lernten, rassistischen Argumenten aktiv zu begegnen.

Besonders bewegend war das digitale Storytelling-Projekt „Werde Zweitzeuge!“, das die Erinnerungskultur am Heisenberg-Gymnasium auf moderne Weise stärkt.

Aktivität und Kreativität für alle Sinne

Auch die praktische Arbeit kam nicht zu kurz. In der Mittelstufe hieß es beim Workshop „Sport und Vielfalt“: Fair Play für alle – sowohl in der Theorie als auch in der Sporthalle.

Beim interreligiös angelegten Kirchen- und Moscheebesuch entstand ein Video über die Werte, die Christen und Muslime verbinden. Es konnten aber auch wichtige theologische Unterschiede zwischen den Religionen angesprochen werden.

Im Workshop „Film ab gegen Alltagsrassismus“ entwickelten und drehten die Teilnehmenden kleine Szenen, in denen sie sich argumentativ und kreativ mit Rassismus auseinandersetzen.

Die jüngeren Schüler:innen beschäftigten sich mit den Themen „Identität“ und „Vielfalt“ und näherten sich diesen künstlerisch, videografisch und kulinarisch:

In der Bastelwerkstatt „Sei wie du bist“ (passend zum gemeinsamen Song der Jahrgangsstufen 5 und 6) entstanden beeindruckende Collagen, in denen sich die Kinder selbst darstellten.

Der Workshop „Heisenberger, die etwas anderen Superheld:innen“ rückte wichtige Werte wie Mut, Empathie und Hilfsbereitschaft in den Fokus und machte deutlich, dass jede und jeder im Alltag zum Helden für andere werden kann.

In einem Videoprojekt dokumentierte eine andere Gruppe in Kurzinterviews die verschiedenen an unserer Schule gesprochenen Sprachen.

In zwei Kochworkshops gewannen die teilnehmenden Unterstufenschüler:innen einen Einblick in verschiedene Esskulturen, kochten internationale Rezepte nach experimentierten mit weniger vertrauten Gewürzen.

Tiefgang in der Mittel- und Oberstufe

Für die älteren Jahrgänge standen komplexe gesellschaftliche Fragen im Fokus. In der Mittelstufe setzten sich die Jugendlichen in den Workshops „Der Rassist in uns“ und „Rassismuserfahrungen im Kontext unserer Gesellschaft“ mit unbewussten Vorurteilen auseinander, während eine andere Gruppe die historische und aktuelle Ausgrenzung von Sinti und Roma beleuchtete. Dass Demokratie auch digitale Wachsamkeit erfordert, zeigte der Workshop „Faktencheck: Make facts great again“.

Die Oberstufe widmete sich drängenden geopolitischen und sozialen Fragen: Diskutiert wurde über die Friedenschancen zwischen Israel und Palästina, über die Gefahr von Vereinsamung und antidemokratischen Tendenzen durch Social Media, über Antisemitismus und religiöse Radikalisierung. Ein besonderes Mahnmal gegen Extremismus war das Gespräch mit einem Aussteiger aus der rechtsradikalen Szene, das viele Teilnehmer sichtlich bewegte und die Mechanismen von Radikalisierung greifbar machte.

Ein Fest der Vielfalt

Der krönende Abschluss fand am symbolträchtigen 8. Mai bei bestem Wetter auf dem Schulhof statt. Zur Eröffnung begrüßten der stellvertretende Bürgermeister Herr Musiol und unser Schulleiter Herr Hogrebe die Anwesenden. Beide hoben hervor, wie wichtig Mut und Respekt für eine funktionierende Demokratie sind.

Das anschließende Programm bot Gänsehaut-Momente: Die Klassen 5 und 6 begeisterten mit dem Lied „Sei wie du bist.“ Ein aus dem Songwriting-Workshop hervorgegangener und live auf der Bühne performter Song dreier Oberstufenschülerinnen sorgte für weiteren Applaus. Mehrere Tanzperformances zeigten eindrucksvoll Vielfalt in Bewegung und wurden laut umjubelt.

Kulinarischer und kreativer Ausklang

Nach den Vorführungen rückte die Schulgemeinde für ein gemeinsames Foto eng zusammen und bildete sinnbildlich eine Mauer gegen Rassismus und Ausgrenzung jeglicher Art, bevor ein „Museumsgang“ durch das Schulgebäude dazu einlud, die kreativen Ergebnisse der Workshops – von „Heisenberg is(s)t bunt“ bis hin zu „Busy Girl: Barbie macht Karriere“ – zu bewundern.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch ein internationales Buffet, das die kulinarische Vielfalt unserer Schule feierte.

Die Projekttage haben eindrucksvoll gezeigt: Das Heisenberg-Gymnasium ist bunt, wachsam und übernimmt Verantwortung. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten - auch unseren außerschulischen Partnern - für dieses großartige Engagement!

Text: A. Wollnik
Fotos: A. Wollnik und C. Amft

Tags: Schule ohne Rassismus;, Vielfalt, Courage, Spurensuche, Zweitzeugen

Kontakt

Schule

 BwInf-Schule 2013/14                MINT         BWinfS     Verlinkungsbutton Schule im NRW Talentscouting       MScout Web Siegel 2021Logo Digitale Schule