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Eine unvergessliche Gedenkstättenfahrt nach Weimar/ Buchenwald

Vom 28. November bis zum 02. Dezember 2022 machte sich eine Gruppe von 25 Oberstufenschülerinnen und Schülern des Heisenberg Gymnasiums auf, um eine Gedenkstättenfahrt nach Weimar/ Buchenwald durchzuführen. In diesem Text möchte ich von der schweren, aber auch interessanten und schönen Studienfahrt berichten. Eine solche Fahrt soll uns Jugendlichen die furchtbaren Taten der Nationalsozialisten nahebringen und unser diesbezügliches Wissen erweitern.

Dies ist meiner Meinung nach definitiv passiert! Neben dem Erwerb von Fachwissen, war es aber auch eine Fahrt, welche Schülerinnen und Schüler der EF, Q1 und Q2 zusammenführte. Obwohl wir uns zum Teil nicht kannten und verschiedene Altersgruppen in unserer Gruppe vertreten waren, haben wir uns gut verstanden und sind durch die gemeinsamen Erlebnisse und Erfahrungen in der Woche eng zusammengewachsen.

Als wir am ersten Tag nach gut fünf Stunden Busfahrt in Weimar (Thüringen) ankamen, waren wir gespannt, was uns erwarten würde. Für die ersten beiden Tage standen Stadtführungen durch Weimar an. Am ersten Tag hat einer unserer Begleiter, Herr Vierschilling, uns die schöne und humanistische Seite von Weimar gezeigt: Weimar, die Stadt von Goethe, Schiller, Cranach, Wieland, Herder u.v.m.. Am zweiten Tag haben wir in der Jugendbildungs- und begegnungsstätte, in der wir auch übernachtet haben, zunächst einen Workshop zum Menschenbild im Nationalsozialismus gehabt, in dem wir u.a. auch einige Stationen einer zweiten Stadtführung vorbereitet haben, die unter dem Thema „Weimar im Nationalsozialismus“ stand und die wir an demselben Tag noch durchgeführt haben.

Am Mittwoch war es dann so weit. Wir fuhren zur Gedenkstätte Buchenwald - dem ehemaligen größten Konzentrationslager auf deutschem Boden, welches 1937 von den Nationalsozialisten errichtet wurde. Die Zeit, die wir dort verbracht haben und die Informationen, die wir durch einen netten Guide bekamen, waren unglaublich. Wir sahen den ehemaligen Appellplatz, auf dem die inhaftierten Menschen stundenlang bei jedem Wetter stehen mussten, wir gingen durch das ehemalige Eingangstor, in dem die bekannte menschenverachtende Inschrift „Jedem das Seine“ aus der Perspektive der Eingesperrten zu lesen war und über das riesige Gelände, auf dem wir lediglich noch die Fundamente der Baracken sehen konnten und wir besuchten auch das ehemalige Krematorium. Es ist ein trauriges und schlimmes Kapitel der deutschen Geschichte und es war kaum zu ertragen, was wir alles erfahren haben. Dennoch sind wir froh, heutzutage so etwas wie Gedenkstätten und Erinnerungsorte zu haben und besuchen zu können, um die Schrecken zu erfahren und aufgrund dessen dafür zu sorgen, dass so ein Verbrechen nie wieder passiert.

Am nächsten Tag besuchten wir das ehemalige Firmengelände und -gebäude der Firma ,,Topf und Söhne’’. Heute ist hier ein Erinnerungsort, der an die Verbrechen der Inhaber und Angestellten der Firma erinnern soll, die skrupellos mit den Nationalsozialisten zusammengearbeitet haben. „Topf und Söhne“ baute die Einäscherungsöfen und Lüftungsanlagen für die ehemaligen Konzentrationslager – auch für das Konzentrationslager Buchenwald.

An diesem Tag - mit dem Wissen des vorherigen Tages aus der Gedenkstätte Buchenwald, in der wir auch die Öfen von „Topf und Söhne“ sahen – waren die ganzen Gräuel viel deutlicher zu verstehen und wir alle waren sehr erschüttert und sehr nah am Thema.

Natürlich hat dieses unbeschreibliche Verbrechen uns in unseren Gedanken verfolgt, aber da unsere Gruppe – Schülerinnen und Schüler, die Begleitungen des Vereins GEEZ und unsere Lehrerinnen - immer alles gemeinsam ausgewertet und besprochen hat, wurde keiner allein gelassen!

Neben den vielen schweren Erfahrungen hatten wir aber auch viel Spaß. Eins der vielen Highlights der Fahrt war der Besuch des Weimarer Weihnachtsmarktes, der nur fünf Minuten von unserer Unterkunft entfernt war und auf dem wir schöne Zeiten verbracht haben. Ein weiterer Höhepunkt war der lustige Bowling-Abend mit der ganzen Gruppe. Doch der Freitagmorgen war wirklich unbeschreiblich. Ich erinnere mich genau, wie es war, als ich aufwachte und nach draußen sah… Alles war voll mit Schnee, alles! Und es war nicht nur wenig Schnee, sondern richtig viel. Natürlich bauten wir sofort einen Schneemann und machten eine Schneeballschlacht - mit Weihnachtsmusik im Hintergrund. Diese Bilder werde ich niemals vergessen.

Insgesamt war es eine total lehrreiche, interessante und weiterentwickelnde Fahrt für uns alle. Ich bin sehr froh, dabei gewesen zu sein und kann nur jeden dazu auffordern, diese Chancen zu ergreifen und an solchen Fahrten teilzunehmen, um sich selbst weiterzubilden und diese wichtigen Erfahrungen zu machen.

Wir möchten uns bei Frau Hildebrandt-Junge-Wentrup und Herrn Vierschilling vom Münsteraner Verein GEEZ (Gemeinsam Erinnern für eine Europäische Zukunft) bedanken, die uns begleitet haben und uns mit ihrem Verein auch finanziell unterstützt haben. Zudem möchten wir auch unseren Lehrerinnen Frau Maßbaum und Frau Dr. Giese danke sagen, dass sie mit uns diese Studienfahrt unternommen haben. Alle zusammen haben wir eine lehrreiche, mitunter traurige, intensive, aber auch wunderschöne und lustige Zeit erlebt.

Das bleibt für uns alle unvergesslich!

Emma Luise Boguslawski, Jahrgangsstufe EF

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