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Heisenberg ist „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“

Christina Teupen
WAZ 20.10.2017 - 10:50 Uhr
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Dem Heisenberg-Gymnasium wurde der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" verliehen. Weltoffen war die Schule schon lange, nur der passende Titel fehlte.
Foto: Oliver Mengedoh

GLADBECK. Das Gymnasium erhielt jetzt die Auszeichnung für seine Offenheit und Toleranz.Die Profi-Sportlerin Annika Drazek war als Patin anwesend.
„Wir brauchen eigentlich gar nicht so ein Schild“, sagte Peter Hogrebe, der Schulleiter des Heisenberg-Gymnasium, am 19. Oktober im Forum seiner Schule. Gemeint war die Tafel, die den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ der Öffentlichkeit präsentiert. Aber er sagte auch: „Ich gebe zu, es tut ziemlich gut.“ Er, Hogrebe, sei schon oft darauf angesprochen worden, wieso seine Schule noch nicht diesen Titel trage. „Das Heisenberg zeichnet sich schließlich durch die Vielfalt von Menschen aus“, erläuterte er.


Schülervertretung setzte sich ein
Dafür, dass die Schule die Auszeichnung bekommt, hat sich besonders die Schülervertretung aus dem vergangenen Schuljahr eingesetzt. Der neue Titel würde laut Hogrebe auch Verantwortung und Verpflichtungen mit sich bringen.
HIN¬TER¬GRUNDDie Aus¬zeich¬nung
Aus¬ge¬zeich¬ne¬te Schu¬len ver¬pflich¬ten sich, bei jeder Art von Dis¬kri¬mi¬nie¬rung ein¬zu¬grei¬fen.
Grup¬pen¬be¬zo¬ge¬ne Men¬schen¬feind¬lich¬keit wie Se¬xis¬mus, die Ab¬wer¬tung von Mi¬gran¬ten, Ob-dach¬lo¬sen, Be¬hin¬der¬ten, Ho¬mo¬se¬xu¬el¬len, An¬ders¬gläu¬bi¬gen oder auch das Mob¬bing „un¬coo¬ler“ Mit¬schü¬ler wird ab¬ge¬lehnt.
„Das Schild wird gut sichtbar am Eingang angebracht. So werden die Schüler immer wieder daran erinnert“, so der Schulleiter. Gerade in der heutigen Zeit sei es wichtig, ein Zeichen zu setzen. Er rief seine Schüler auf, wachsam zu sein und nicht tatenlos zuzusehen, wenn sie Zeugen von Diskriminierung würden. „Courage zeigen, das bedeutet für mich, cool zu sein“, unterstrich Hogrebe.
Besonders stolz mache ihn auch, dass die Profi-Sportlerin Annika Drazek, die selbst Schülerin am Heisenberg war, sofort zugesagt hat, Patin für das Projekt zu werden. „Seid aufmerksam!“, appellierte auch die Sportlerin an die Schülerschaft. Jede einzelne Person würde die Gesellschaft ausmachen. „Jeder muss seinen Mund aufmachen“, betonte Drazek.
Das Engagement sei zurzeit besonders wichtig
Rainer Weichelt, der Erste Beigeordnete der Stadt, ging in seiner Rede auf die Anfänge der Stadt ein. Als Gladbeck 1919 die Stadtrechte erhielt, seien 70 bis 80 Prozent der Einwohner Zugezogene gewesen. „Die Stadt hat damals schon gelernt, wie man zusammenwachsen kann“, erläuterte er. Heute leben Menschen aus 112 Nationen in Gladbeck. Dennoch gebe es zurzeit wieder mehr Rassismus, was sich auch im Ergebnis der Bundestagswahl zeige. Engagement werde daher mehr denn je gebraucht. „Ihr seid die Generation, die dafür verantwortlich ist, wie es weitergeht“, richtete sich Weichelt an die Schüler im Forum.
Auch verschiedene Projekte der Schülerschaft wurden vorgestellt. So beispielsweise das Brunnenprojekt, durch das schon drei Brunnen im Senegal errichtet werden konnten.
Schild ziert zukünftig den Eingang
Diana Janknecht, die Regionalkoordinatorin des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, zeigte sich beeindruckt von den vielen Aktionen am Heisenberg. „Normalerweise sage ich bei der Auszeichnung immer, dass dies einer der ersten Schritte ist, am Heisenberg-Gymnasium kann ich das aber gar nicht bestätigen“, stellte sie fest. Das Heisenberg sei für Jan-knecht eine derjenigen Schulen, die die Auszeichnung am meisten verdienten. Zum Abschluss übergab die Regionalkoordinatorin das Schild, das bald den Eingang zieren wird, an die Schülervertretung und den Schulleiter.

https://www.waz.de/staedte/gladbeck/heisenberg-ist-schule-ohne-rassismus-schule-mit-courage-id212295111.html

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