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Gladbecker Heisenberg-Gymnasium sammelt Flaschen und Deckel

Christina Teupen

WAZ 14.09.2017 
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Baris (15), Lukas (16), Lehrer Arslan Yalçın, Asena (17) und Eda (18) (v. l.) "füttern" die Sammeltonne in der Pausenhalle des Heisenberg-Gymnasiums. Foto: Michael Korte

GLADBECK. Die Religionskurse vom Heisenberg-Gymnasium sammeln Pfandflaschen, um Brunnen zu finanzieren. Das Projekt wurde mittlerweile erweitert.
Wer die Pausenhalle des Heisenberg-Gymnasiums betritt, kann sie kaum übersehen: die große blaue Tonne. Die ist allerdings kein gewöhnlicher Behälter für Müll, sondern Teil eines Projekts der Religionskurse.


„Vor ungefähr zwei Jahren haben wir mit den Schülern der islamischen und evangelischen Religionskurse der Jahrgangsstufe 9 das Brunnenprojekt gestartet“, erläutert Lehrer Arslan Yalçın. Schüler, Lehrer und Besucher werfen ihre Pfandflaschen in die blaue Tonne, um damit Brunnen im Senegal zu finanzieren. Zusätzlich gab es noch weitere Aktionen. So drehte einer der Kurse einen Film, der bei einem Gala-Abend vor zahlendem Publikum präsentiert wurde.
Das Geld ging an den Verein „Grünhelme“
Das Projekt fand so viel Anklang, dass die Schüler auch außerhalb der Schule dafür warben. So gab es Spenden von den Konfirmanden des Kirchenkreises und von der Ditib-Moschee. „Wir haben auch die Menschen außerhalb der Schule bewegt“, freut sich Yalçın. So kamen allein im ersten Jahr 6000 Euro zusammen. Das Geld ging im Sinne der Interreligiosität an den Verein „Grünhelme“. „Der Verein wurde von Muslimen und Christen gemeinsam gegründet“, erklärt Yalçın die Entscheidung. Von dem gespendeten Geld konnte der Verein drei Brunnen im Senegal finanzieren. Nach diesem Erfolg wurde das Pfandflaschenprojekt fest in allen Religionskursen etabliert. So sind in jedem Schuljahr die Neuntklässler dafür verantwortlich.
Das pädagogische Ziel hinter dem Projekt
Das Projekt soll allerdings nicht nur Hilfe leisten, es steckt auch ein pädagogisches Ziel dahinter. „Wir wollen ein positives Zeichen setzen. Christen und Muslime können zusammen etwas Positives erleben und bewirken. Die Schüler sollen nicht nur miteinander reden, sondern Hand in Hand arbeiten. So gehen sie hoffentlich mit weit weniger Vorurteilen in die Welt“, erhofft sich der Lehrer.
Bisher konnten Brunnen für eine Kfz-Ausbildungswerkstatt in Ziguinchor, ein Geburtshaus in Kougnara und eine Krankenstation in Kafountine gebaut werden. An diesen Orten steht das Wasser auch der gesamten Bevölkerung zur Verfügung. In Zukunft hofft die Schule darauf, jährlich mindestens einen Brunnen mithilfe des Pfandflaschenprojekts finanzieren zu können.
„Deckel gegen Polio“
Schüler der achten Klasse haben im Schuljahr 2016/17 das Projekt erweitert. In Eigenrecherche sind sie auf einen Verein in Recklinghausen gestoßen, der für 500 Flaschendeckel eine Polio-Impfung finanziert. Dieses Projekt erwies sich als ideal für das Heisenberg, schließlich verfügte die Schule dank des Pfandflaschenprojekts ohnehin über viele Deckel. Innerhalb von zwei Monaten sammelten die Schüler 6500 Flaschendeckel. Mit deren Erlös wurden umgerechnet 13 Impfungen finanziert.
Positive Erfahrungen für Schüler
Im Schuljahr 2017/18 betreuen die Neuntklässler beide Aktionen, das Pfandflaschen- und das Deckelprojekt. Schließlich war das „Deckel gegen Polio“-Projekt die Idee dieser Schüler. „Wir wollten den Jugendlichen ihre Aktion nicht wegnehmen. In Zukunft möchten wir die Verantwortung aber lieber streuen. Je mehr Schüler diese positiven Erfahrungen machen, desto besser“, erläutert Yalçın.
https://www.waz.de/staedte/gladbeck/gladbecker-heisenberg-gymnasium-sammelt-flaschen-und-deckel-id211915729.html

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