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Rosen für die Schülerpaten

WAZ 11.06.2015 | 18:52 Uhr

11.6

Foto: Michael Korte

Gladbeck. Das erfolgreiche Patenschaftsprojekt „Padrini" geht weiter. Damit werden auch in Zukunft Viertklässler vom Rosenhügel von Heisenbergschülern schulisch unterstützt.

Das ist beste Werbung für Bildung pur: Gymnasiasten vom Heisenberg helfen Grundschülern am Rosenhügel, sind ihnen Paten und ermöglichen so einen leichteren Zugang zu weiterführenden Schulen. „Padrini" heißt das schülerorientierte, integrative Patenschaftsprojekt, das insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund zum Ziel hat und nun im zweiten Jahr an der OGS Rosenhügel stattfand.

Gestern, kurz vor Ende des Schuljahres, dankten die beiden Projektleiter Noah Scholz (16) und Niklas Rotthäuser (15) den sieben Paten für ihr vorbildliches Engagement.

2013 wurde das Projekt von den Heisenberg-Schülern Thomas Reck und Malte Danielzik im Rahmen eines Projektkurses unter dem Motto „Stay Gladbeck" ins Leben gerufen. Seit Februar 2014 steht es unter der Organisationsleitung von Scholz und Rotthäuser. Die haben sieben engagierte Schüler der Stufe 9 gefunden, die nun als Paten die Viertklässler betreuten.

Einmal in der Woche düsen die Heisenberger per Bus quer durch die Stadt in den Süden, geben den Viertklässlern im Rahmen der OGS eine Stunde Nachhilfe in ihren Fächern, betreuen die Hausaufgaben, beantworten Fragen zum Schulwechsel. Zudem gibt es bis zu drei Patenworkshops, gemeinsames Basteln steht dann im Vordergrund.

Hausaufgabenbetreuung in der OGS
Mit dabei sind Ozan Can Ceyhan, Arlind Bytyqi, Seyma Duman, Neslihan Kalinci, Berrin Birli, Ilayda Akyazililar und Manal Mesdouri. Für ihren Einsatz erhalten sie Anreize. Sportvereine belohnen sie mit einjähriger, kostenloser Mitgliedschaft und – ganz wichtig – es gibt ein Zertifikat, das ihre ehrenamtliche Tätigkeit bescheinigt. Das wiederum gilt als sogenanntes „Softskill" und macht sich gut in den Bewerbungsunterlagen, weist es doch seine Besitzer als engagierte Menschen aus. Eine Qualifikation, die immer wichtiger wird und von Firmen nachgefragt ist.

„Ich habe gerne meine Freizeit geopfert", sagt Seyma Duman (15). Sie war früher selber auf der Rosenhügel Schule und findet es ganz wichtig, dass Schüler mit Migrationshintergrund Hilfen erhalten. „Schade, dass es das bei mir damals noch nicht gab." Wie Seyma, die später einmal Polizistin werden will, hat auch Arlind Bytyqi (14), der von einer Medizinkarriere träumt, großen Spaß am Patensein. „Die mögen uns, nehmen uns als Vorbilder."

Beide betonen, dass sie keineswegs eine Lehrerfunktion ausüben, vielmehr arbeiten sie auf Augenhöhe. Und: „Ich habe selber einen Migrationshintergrund, da sehe ich es als Verpflichtung an, anderen zu helfen, damit auch sie das erreichen können, was ich erreicht habe." Das Duo wird dem Projekt übrigens nicht verloren gehen. Beide treten in die Fußstapfen von Scholz und Rotthäuser, werden Projektleiter und Koordinatoren und damit eine noch größere Verantwortung übernehmen.

Zur Freude von Rosenhügel-Schulleiterin Regina Wiwianka: „Das Projekt hilft sehr. Es ist toll zu sehen, wie die Schüler dank der individuellen Förderung gute Fortschritte machen." Ganz klar: „Da sind Erfolge zu verzeichnen." Und natürlich freuen sich die Patenkinder über die Großen. Dagmar Dommann, OGS-Leiterin: „Unsere Viertklässler sind ganz stolz, dass die Gymnasiasten zu ihnen hier nach Süd kommen."

Bürgermeister Ulrich Roland, der die Zertifikate und Patenurkunden zum Abschluss des Schuljahres verteilte, fand nur lobende Worte. „Ich bin begeistert von der Idee." Er lobt, dass beide Seiten voneinander profitieren. „Eine Win-Win-Situation, die hilft allen."

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