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Heisenberg-Gymnasiasten als Paten für Gladbecks Grundschüler

WAZ 27.02.2014 | 12:00 Uhr

27.2.14

Bürgermeister Ulrich Roland überreichte mit Schulleiter Peter Hogrebe Zertifikate an die Paten, Links Malte Danielzik, Thomas Reck ist der zweite von rechts.

Gladbeck. Die Oberstufenschüler Malte Danielzik und Thomas Reck haben am Heisenberg-Gymnasium in Gladbeck das Padrini-Projekt ins Leben gerufen. Neuntklässler übernehmen dabei Lern-Patenschaften für Grundschüler in Brauck. So wollen sie für Bildung werben.

 

Gymnasiasten helfen Grundschülern. Das ist der Kern des Konzepts des Padrini-Projekts. Entwickelt haben das Konzept die beiden Oberstufenschüler des Heisenberg-Gymnasiums, Malte Danielzik und Thomas Reck (beide 18), im Projektkurs „Stay Gladbeck", den sie anstelle einer Facharbeit gewählt hatten.

Die Schüler entwickelten unterschiedliche Projekte, die sich mit Fragen wie „Was ist attraktiv an unserer Stadt, was kann man tun, um sie attraktiver zu machen?" beschäftigten. Dabei entstanden beispielsweise ein Computerspiel zu den Sehenswürdigkeiten Gladbecks und eine Webseite.

Und das Padrini-Projekt. Den Namen haben Malte und Thomas dem Italienischen („Pate" heißt auf Italienisch Padrino) entlehnt. Gezielt wollen sich die Initiatoren dabei an Kinder mit Migrationshintergrund wenden. Schüler des Gymnasiums sollen Grundschülern mit ausländischen Wurzeln bei den Hausaufgaben helfen, ihnen gleichzeitig aber auch Bildungsperspektiven eröffnen, zeigen, was mit guten schulischen Leistungen alles möglich ist. Deshalb haben sie auch gezielt die Antonius-Schule und die Schule am Rosenhügel in Brauck angesprochen, denn dort sei der Ausländeranteil an den Grundschulen besonders hoch, weiß Thomas aus eigener Erfahrung. Und noch etwas wissen beide: „Zur Integration ist Bildung besonders wichtig. Unser Ziel ist es, den Draht zum Gymnasium herzustellen."

Ein halbes Jahr haben Malte und Thomas am Konzept gefeilt. „Alles begann mit einem Gespräch mit Wolfgang Krämer von der RAA", erzählt Malte. Zusammen mit dem Experten entwickelten sie die Paten-Idee. Die Grundschulen seien auch begeistert gewesen, und nach einigen geringfügigen Anpassungen des Konzeptpapiers konnte es losgehen. Als Entwickler und Koordinatoren haben die Zwölftklässler selbst keine Patenschaften übernommen. Als Paten der ersten Generation konnten sie 15 Neuntklässler gewinnen (es gab sogar noch mehr Bewerber). Einmal pro Woche besuchen diese Paten nun seit einigen Monaten ihre persönlichen Schützlinge nachmittags in der offenen Ganztagsbetreuung – das Projekt kommt gut an, und soll am Rosenhügel auch im kommenden Schuljahr, dann mit zehn Paten und Patenkindern, weitergeführt werden. Die Koordination übernehmen zwei Neuntklässler.

Um die Paten für ihr Ehrenamt zu gewinnen, haben sich Thomas und Malte etwas einfallen lassen, denn: „Wenn man einen Neuntklässler fragt: ,Hast du Bock?', fragt der: ,Was bekomme ich dafür?'" Zunächst einmal gibt es ein Zertifikat, das sich gut in den Bewerbungsunterlagen macht („Softskills werden wichtiger", wissen beide aus Bewerbungsgesprächen). Und dann konnten die findigen Jungs auch noch die Gladbecker Sportvereine begeistern. Padrini-Teilnehmer dürfen dort zwischen einem Monat und einem Jahr gratis trainieren. „Wir hatten über 50 Plätze", erzählt Malte.

Nina Estermann

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